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18.01.2012

VBE: Wir brauchen ein modernes Arbeitszeitmodell

Zum heutigen Gespräch mit den Fraktionen

„Bereits in der Schulausschusssitzung im Juli 2011 hat der VBE Eckpunkte für ein zukunftsfähiges Arbeitszeitmodell für Lehrerinnen und Lehrer vorgelegt, die auf Erkenntnisse der Professoren Uwe Schaarschmidt und Bernhard Sieland zurückgehen. Diese stehen für uns nach wie vor ganz oben auf der Agenda, wenn man bedenkt, dass die Arbeitszeit von Lehrkräften sich immer noch an einem Modell aus dem 19. Jahrhundert orientiert. Eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung für alle Schulformen auf maximal 25 Unterrichtsstunden wäre vor diesem Hintergrund ein richtiger Schritt“, erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE NRW), zum heutigen Gespräch des VBE mit den Fraktionen im Landtag.

Aus Sicht des VBE dürfe Lehrerarbeit nicht allein aus dem Blickwinkel der Arbeitszeit gesehen werden. Ein zukunftsfähiges Arbeitszeitmodell müsse auch die Gesundheit, Berufszufriedenheit sowie die Qualität der pädagogischen Arbeit der Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen gewährleisten. Darüber hinaus müssten im Rahmen der Betrachtung der Lehrerarbeitszeit die Eigenverantwortung der Schulen gestärkt und die Voraussetzungen für die Kooperation in den Kollegien verbessert werden. Außerdem sei es höchste Zeit, die Arbeitszeit der Lehrkräfte der Jahresarbeitszeit des Öffentlichen Dienstes anzupassen. „Bisher stehen diese in keinem Verhältnis zueinander. Die Jahresarbeitszeit der Lehrkräfte liegt deutlich über der des öffentlichen Dienstes. Und dieser Zustand ist nicht akzeptabel“, moniert Beckmann.
 
Die Ergebnisse der Erhebung der vom VBE beauftragten Wissenschaftler Schaarschmidt und Sieland im Jahr 2005 (http://www.quagis.de/) haben dazu geführt, dass das vom VBE vorgeschlagene Arbeitszeitmodell folgende zentrale Eckpunkte enthält:
 
1. Die Unterrichtsverpflichtung umfasst 19 Zeitstunden à 60 Minuten bzw. 25 Unterrichtsstunden (45 Min.). 
2. Das Verhältnis von Vor- und Nachbereitungszeit entspricht etwa 1:1.
3. Für weitere pädagogische Aufgaben sind etwa 8 Zeitstunden pro Woche anzusetzen (u. a. Beratung, Kooperation, Konferenzen etc.). 
4. Es müssen räumliche und sächliche Voraussetzungen geschaffen werden, die den Lehrkräften einen Wechsel zwischen Unterricht, Vor- und Nachbereitung, Beratung und anderen pädagogischen Tätigkeiten in der Schule ermöglichen. 
5. Es wird vorgeschlagen, Unterrichtsblöcke von mindestens 60 Minuten zu schaffen.  
6. Die Jahresarbeitszeit entspricht der Jahresarbeitszeit des Öffentlichen Dienstes von 1.804 Stunden. Die letzte Woche in den Sommerferien wird mit 33 Stunden auf die Jahresarbeitszeit angerechnet.
 
Beckmann abschließend: „Das sogenannte Mindener Modell, auf das sich die schwarz-gelbe Landesregierung stark fixiert hatte, lehnt der VBE in der vorliegenden Form ab. Wir möchten erreichen, dass auf der Grundlage unserer vorgestellten Eckpunkte unterschiedliche Modellversuche an allgemeinbildenden Schulformen  zugelassen, wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden, damit ein Vergleich möglich ist. Denn nur so wird es möglich sein, festzustellen, welche Maßnahmen zur Steigerung von Gesundheit und Qualität beitragen. Der VBE ist nach wie vor bereit, hierzu mit der Landesregierung in Gespräche einzutreten und eine wissenschaftliche Begleitung seines Arbeitszeitmodells sicherzustellen.“

PM 02/12

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