AU1 Ausbildung in Suchtpädagogik
Ausbildung in Suchtpädagogik
Zertifizierung zur/zu Suchtpädagogin/Suchtpädagogen
In Kooperation mit dem VBE NRW e. V. und Unterstützung durch AKTION MENSCH
Neue 1-jährige Ausbildung (10 Wochenenden) mit Kassenanerkennung (gem. § 20 a SGB V) 2026 – 2027
Der (Sucht-)Alltag: Ambivalenzen und Paradoxien!
Einerseits werden Drogen vehement abgelehnt und stigmatisiert, andererseits gehört der Sekt so selbstverständlich zum
Empfang – auch in der Schule – wie der „Absacker“ zum Abendritual, um den stressigen Alltag hinter sich lassen zu können.
Das Thema „Drogen“, die sachkundige Aufklärung über deren Missbrauch, gehört zum unterrichtlichen Kerngeschäft, aber
vor dem „Drogengeschäft“ im Schatten des Schulgebäudes verschließt man nicht selten die Augen, und die „Raucherecke“
wird von den Lehrkräften ebenso eifrig genutzt wie von den Schülerinnen und Schülern.
Die Fakten sind eindeutig! 1
- 18 % der Männer und 14 % der Frauen in Deutschland praktizieren einen riskanten Alkoholkonsum und schaden damit
sich und anderen. - 24,6 % aller Frauen und 42,8 % aller Männer trinken sich monatlich einen Rausch an (fünf oder mehr alkoholische Ge-
tränke an einem Tag). - Bei Männern ist die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ der häufigste Grund für einen
Krankenhausaufenthalt. - Lt. WHO sterben alkoholbedingt weltweit mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, Gewaltdelikte und Aids zusam-
men, in Deutschland ca. 74.000 direkt oder in Verbindung mit Alkohol. - 10 % aller Berufstätigen trinken in riskanter Weise Alkohol. Bei jedem fünften Arbeitsunfall ist Alkohol im Spiel. Bei je-
der sechsten Kündigung geht es um Alkohol. - Der volkwirtschaftliche Schaden durch Alkoholkonsum wird für das Jahr 2018 mit 57,04 Mrd. Euro angegeben.
- In NRW rauchen 30 % der Erwachsenen regelmäßig.
- Die Risiken des Tabakkonsums sind eklatant: ein 27-faches Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ein 26-faches an COPD,
ein 17-faches an Bronchitis. Mediziner gehen davon aus, dass Raucherinnen und Raucher im Schnitt zehn Jahre früher
sterben und in Deutschland jährlich 121.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums versterben.
1 Quellen: Drogen- und Suchtbericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung 2019 und Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V.
Handeln wider besseres Wissen!
Angesichts dieser bekannten „Fakten“ stellt sich die Frage, was Menschen dazu führt, „wider besseres Wissen“ zu handeln!
Aufklärung tut not – natürlich. Aber das allein genügt nicht. Es müssen Strategien entwickelt und eingeübt werden, mit de-
nen präventiv auf die gesellschaftlichen, kulturellen und innerpsychischen Faktoren Einfluss genommen werden kann,
die den Konsum begünstigen oder eben auch begrenzen oder verhindern.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene benötigen ein Instrumentarium, das es ihnen erlaubt, selbstverantwortlich und gesundheits-
bewusst mit den alltäglichen Suchtgefahren umzugehen.
Zertifizierung und eigene Kursangebote
Der Bildungsträger „Blaues Kreuz Diakonieverein e. V.“ führt seit Jahren erfolgreich Weiterbildungskurse durch, mit denen
die Teilnehmenden eine persönliche Zulassung und Zertifizierung durch die Krankenkassen erwerben. Durch die Koopera-
tion mit dem VBE (und anderen Verbänden) können auch Lehrkräfte die Anerkennung durch die Krankenkassen (Zen-
trale Prüfstelle Prävention im Auftrag der gesetzlichen Kassen) erhalten und dann selbst Kurse in „Gesundheitsbewusster
Umgang mit Alkohol für die Arbeit mit Erwachsenen,Jugendlichen und Kindern“ sowie „Anti-Rauch-Kurs für die Arbeit mit Erwach-
senen, Jugendlichen und Kindern“ anbieten. Die Teilnehmenden ihrer Kurse haben dann die Möglichkeit, bei den Kassen eine
Kostenerstattung zu beantragen.
Darüber hinaus können die Teilnehmenden der Weiterbildung nach erfolgreicher Anerkennung durch die ZPP Förder-
anträge (Projektanträge) für Maßnahmen der Gesundheitsförderung in Schulen und Kitas im Suchtbereich stellen.
Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Legalisierung von Cannabis beinhaltet die Ausbildung eine umfassende Betrachtung
des Phänomens ‚Cannabis‘ aus historischer, politischer und medizinischer Perspektive.
Zertifikat
Nach erfolgreicher Teilnahme an der Weiterbildung und bestandener Prüfung erfolgt durch den „Blaues Kreuz Diakonieverein e. V.“ eine
Zertifizierung zur/zum Suchtpädagogin/Suchtpädagogen, aber mit Jahresbeginn 2026 auch Pflegekräfte und Erzieherinnen und Erzieher.
Zielgruppen
Alle Interessentinnen und Interessenten mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, insbesondere Lehrkräfte mit 1. und 2.
Examen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, aber mit Jahresbeginn 2026 auch Pflegekräfte und Erzieherinnen und Erzieher.
Kassenanerkennung
Die Antragstellung auf Kassenanerkennung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) der gesetzlichen Krankenkassen
werden während der Ausbildung gemeinsam erarbeitet. Voraussetzung für die Anerkennung ist unter anderem eine entspre-
chende Grundqualifikation, zum Beispiel Pädagoge/-in, (Sport-)Lehrkraft, Arzt/Ärztin, Psychologe/-in, Sportwissenschaftler/-in (Diplom,
Staatsexamen, Magister, Master, Bachelor), Sport- und Gymnastiklehrkraft, Gesundheitspädagoge/-in (Diplom, Master, Magister, Ba-
chelor), Sozialpäd./-arbeiter/-in (Abschlüsse Diplom, Staatsexamen, Magister, Master, Bachelor) etc. Es können sich aber auch Interessen-
tinnen und Interessenten ohne Hochschulabschluss anmelden. Eine Kassenanerkennung für Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Be-
rufsabschlüssen im Sozial- und Gesundheitsbereich (wie z. B. Pflegekräfte, Erzieherinnen/Erzieher etc.) ist durch die neue Regelung im
„Leitfaden Prävention“ ab 1.1.2026 ebenfalls möglich! Die erforderlichen Stundenbilder und Teilnehmerunterlagen sind durch den Blaue Kreuz Diakonieverein e. V. als kassenanerkanntes Ausbildungsinstitut bei der „ZPP“ zentral hinterlegt.
Ausbildungsmodule (Kursinhalte in Auswahl)
Unter anderem: Gruppendynamischer Einführungsworkshop mit Hinführung zur Thematik, Vorbereitung auf die Antragserstellung // Die wissenschaftlichen Grundlagentheorien zum Thema ‚Sucht‘ // Einführung in die Grundlagen des Gesundheitsmanagements (individuell-biografisch / systemisch) // Die aktuelle
Situation des Suchtmittelmissbrauchs in Deutschland: Drogenpolitik – Gesetzgebung – Präventionsprogramme – Therapieprogramme; Jugend und Drogen – Das Suchthilfesystem // Präventionsprogramme // ‚State of the Art‘ der Suchtberatung: Motivierende Gesprächsführung // Betriebliche Suchtprävention
// Abschluss und Sicherstellung des Präventionsprogrammes //Abschluss der Antragserstellung.
Termine:
Modul 1: 8.–10.5.2026 / Modul 2: 12.–14.6.2026 /
Modul 3: 10.–12.7.2026 / Modul 4: 11.–13.9.2026 /
Modul 5: 9.–11.10.2026 / Modul 6: 13.–15.11.2026 /
Modul 7: 4.–6.12.2026 / Modul 8: 15.–17.1.2027 /
Modul 9: 12.–14.2.2027 / Modul 10: 12.–14.3.2027
Zeitfenster jeweils Fr.: 16:00–20:00 Uhr //
Sa.: 10:00–18:00 Uhr // So.: 10:00–15:00 Uhr
Ausbildungsleitung
Hans Joachim Beutler – Dipl.-Sozialarbeiter/Pädagoge, Krankenpfleger, Tiefenpsychologischer Körpertherapeut, Inhaber ECP,
kassenanerkannter Kursleiter und Ausbilder in den Präventionsbereichen „Sucht“, „Entspannung“ und „Bewegung“, Fachübungsleiter Rehasport.
Dr. Meinfried Jetzschke – Pfarrer i . R., Supervisor (DGSv), Systemischer Körperpsychotherapeut (GST), Qigong-Lehrer (Ev. Hochschule Bochum),
Entspannungspädagoge und Entspannungstherapeut (AT/PMR – Krankenkassen anerkannt), Dozent (Betriebliches Gesundheitsmanagement in Schulen), Fachbuchautor
und weitere Fachreferentinnen und Fachreferenten
Ausbildungskosten:
400 Euro (mit Unterstützung von AKTION MENSCH)
300 Euro für Mitglieder des VBE NRW
Ort: Schwerte (Ruhr)
Ansprechpartnerin/Ansprechpartner und Anmeldungen:
Bei eventuellen Fragen können Sie uns gerne ansprechen
oder anmailen.
Schriftliche Bewerbung/Anmeldung per Mail an
Julia Hoffmann
Mail: jh@bk-dv.de
Ansprechpartner bei Rückfragen zum Konzept bzw. zu den Inhalten
Dr. Meinfried Jetzschke
Mail: mj@bk-dv.de / Ruf 02304 9969554 / Mobil 0171 4414360
Ansprechpartner bei Rückfragen zur Zertifizierung
Hans Joachim Beutler
Mail: jb@bk-dv.de / Ruf Mobil 0171/4912781
Weitere Informationen auch auf der Homepage:
www.bk-dv.de
Veranstaltungen von Kooperationspartnern – keine direkte Anmeldung möglich
Referenten:
Hans-Joachim Beutler
Dr. Meinfried Jetzschke und andere Fachreferenten
u. a.
Veranstalter:
Bildungswerk
In Kooperation mit:
Blaues Kreuz Diakonieverein e. V.
Ansprechpartner/-in:
Julia Hoffmann
jh@bk-dv.de
