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VBE zum Schulstart: Mehr Aufgaben treffen auf zu wenig Personal

Eine Woche vor dem Start des neuen Schuljahres richtet der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW den Blick vor allem auf diejenigen, die Schule jeden Tag möglich machen: Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Fachkräfte.

Die Kolleginnen und Kollegen starten mit großem Engagement in das neue Schuljahr. Sie haben dafür Ver-trauen und verlässliche Arbeitsbedingungen verdient. Denn die zentrale Herausforderung bleibt der Perso-nalmangel – und zwar längst nicht nur in einzelnen Regionen oder Schulformen.

Anne Deimel, Landesvorsitzende des VBE NRW

Ganztag braucht Menschen

Mit diesem Schuljahr startet schrittweise der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung in der Grundschule. Der VBE begrüßt das Ziel, mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit zu schaffen. Voraussetzung dafür sind jedoch ausreichend Fachkräfte, geeignete Räume und verlässliche Qualitätsstandards.

„Ein Rechtsanspruch allein schafft noch keine gute Ganztagsbildung. Gute Bildung entsteht durch Menschen, die Zeit für Kinder haben. Schon heute fehlt dieses Personal vielerorts. Deshalb darf die Umsetzung nicht einfach auf den Schultern der Beschäftigten abgeladen werden“, erklärt Deimel.

Der Personalbedarf wird in den kommenden Jahren weiterwachsen. Mit der geplanten Einführung der sogenannten ABC-Klassen kommen ab 2029 neue Aufgaben auf die Grundschulen zu. Der VBE fordert deshalb, bereits heute insbesondere mehr sozialpädagogische Fachkräfte zu gewinnen und einzustellen. Wer 2029 mehr Personal benötigt, muss 2026 beginnen, dafür die Voraussetzungen zu schaffen.

Verantwortung muss sich lohnen

Mit der vollständigen Überführung nach A13/EG13 für alle Lehrämter ist zum 1. August ein Ziel erreicht, für das der VBE über viele Jahre gekämpft hat. Die gleiche Eingangsbezahlung ist ein großer und längst überfälliger Schritt zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Lehrämtern.

Die kürzlich angekündigten Verbesserungen bei der Besoldung von Schul- und Fachleitungen sind ebenfalls ein wichtiges Signal. Sie weisen in die richtige Richtung, können aus Sicht des VBE aber nur der Beginn einer weiteren Entwicklung sein.

„Wer Verantwortung übernimmt, muss dafür Anerkennung erfahren – auch finanziell. Weiteren Handlungsbedarf sehen wir insbesondere bei Schulleitungen und stellvertretenden Schulleitungen kleinerer Systeme, weiterhin bei Fachleitungen sowie bei den Kolleginnen und Kollegen in Beförderungsämtern. Gleichzeitig braucht das pädagogische Personal an unseren Schulen attraktive Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW.

Gerade in Zeiten des Personalmangels gehören gute Arbeitsbedingungen, Wertschätzung und berufliche Perspektiven zusammen.

„Unsere Schulen stehen vor großen Herausforderungen. Ganztag, Fachkräftemangel und neue Aufgaben werden uns weit über dieses Schuljahr hinaus beschäftigen. Umso wichtiger ist ein klares Signal an die Menschen, die Schule jeden Tag tragen und wertvolle Arbeit leisten: Wir vertrauen auf ihre Professionalität. Dieses Vertrauen muss sich aber auch in den Bedingungen widerspiegeln, unter denen sie jeden Tag für die Kinder und Jugendlichen in unseren Schulen arbeiten“, erklärt Behlau.

Dauerbaustelle Bildung

Mit seiner Kampagne „Dauerbaustelle Bildung“ macht der VBE NRW auf diese strukturellen Probleme aufmerksam. Mit der Petition „Bildung braucht Zeit! – Fokus Schule.“ fordert der VBE die Landesregierung auf, einen verbindlichen Maßnahmenplan für bessere Lern- und Arbeitsbedingungen an den Schulen vorzulegen. Der VBE ruft dazu auf, die Petition zu unterstützen.

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