VBE: Stabile Rahmenbedingungen für eine stabile Schule! (18.03.2026)
Im heute veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung berichten Kinder und Jugendliche über psychische Belastungen, Partizipationsmöglichkeiten und Mobbing. Besonders auffällig ist, dass die psychische Belastung von Schülerinnen und Schülern seit der Pandemie das erste Mal wieder angestiegen ist. Etwa ein Viertel aller befragten 8- bis 17-jährigen zeigt Hinweise auf ein hohes psychisches Belastungserleben, bei Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien liegt der Wert mit 31 % besonders hoch.
Psychische Belastung ist Warnsignal
Anne Deimel, Vorsitzende des VBE NRW, erklärt: „Es muss als ein Scheitern unserer Gesellschaft gesehen werden, dass eine so hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen unter psychischen Belastungen leidet. Dass hierbei Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Familien in besonderer Weise belastet sind, ist ein deutliches Warnsignal. Schule ist für junge Menschen der zentrale Lebensraum, in dem sie einen großen Teil ihres Tages verbringen. Schule muss ein Ort des Miteinanders und des Füreinanders sein.“
Dafür braucht es aus Sicht des VBE NRW bessere Rahmenbedingungen, wie Deimel deutlich macht:
„Viele Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte sind an ihrer Belastungsgrenze. Damit Schülerinnen und Schüler und die Beschäftigten gesund bleiben und in Schule ihr Wohlbefinden steigern können, müssen sie endlich die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Ausreichend ausgebildete Lehrkräfte sowie multiprofessionelle Teams gehören zum Standard jeder Schule. Beispielsweise sind Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und auch Gesundheitsfachkräfte flächendeckend notwendig. Bessere Rahmenbedingungen helfen, ein starkes Klassen- und Lernklima für alle zu schaffen.“
Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr Mitbestimmung
Neben psychischer Belastung und Mobbing zeigt das Schulbarometer, dass sich Schülerinnen und Schüler in ihren Anliegen nicht gehört fühlen und mehr Mitbestimmung wünschen. Drei Viertel der Schülerinnen und Schüler möchten mehr Einfluss auf Unterricht oder Prüfungsformate nehmen, gleichzeitig geben vier Fünftel an, kaum mitentscheiden zu können.
Anne Deimel betont: „Das in NRW angelaufene Schülerfeedback kann eine Möglichkeit sein. Schulen leisten bereits viel, um Beteiligung zu ermöglichen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele junge Menschen die vorhandenen Mitbestimmungsmöglichkeiten nicht als ausreichend erleben. Damit das gelingen kann, brauchen Schulen vor allem eines: Zeit. Zeit für Gespräche, Zeit für Beteiligung und Zeit für individuelle Förderung.“
Der VBE NRW fordert von der Landespolitik einen verbindlichen Maßnahmenplan für stabile Rahmenbedingungen an Schulen. Mit seiner Petition „Bildung braucht Zeit! – Fokus Schule.“ setzt sich der Verband aktuell für bessere Arbeitsbedingungen ein.
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