VBE: Wertschätzung statt Blockade
Anlässlich der dritten Verhandlungsrunde in der Einkommensrunde der Länder ruft der Verband Bildung und Erziehung (VBE) zur Teilnahme an der heutigen Großdemonstration in Düsseldorf auf. Ab 10:00 Uhr setzen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ein deutliches Zeichen für Respekt, Anerkennung und faire Arbeitsbedingungen.
Der öffentliche Dienst hält Nordrhein-Westfalen täglich am Laufen – in Verwaltungen, in der Finanzverwaltung, in sozialen Bereichen, in der Sicherheit und nicht zuletzt in Schulen und Kitas. Gerade in Zeiten von Krisen, wachsender Unsicherheit und sozialer Spaltung zeigt sich seine Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Kritik an Blockadehaltung der Arbeitgeber
Nach einer ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde kritisieren die Gewerkschaften insbesondere die Haltung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die faktisch auf einen Abschluss ohne tabellenwirksame Entgelterhöhung bei einer sehr langen Laufzeit hinauslaufe. Ein solcher Abschluss würde deutlich hinter dem Ergebnis im kommunalen Bereich zurückbleiben.
Die Forderungen der Beschäftigten sind nicht überzogen, sondern notwendig. Wer wiederholt von ‚astronomischen Forderungen‘ spricht, blendet aus, dass der öffentliche Dienst dieses Land trägt. Faire Einkommen sind Investitionen in Bildung, soziale Stabilität und damit in die Zukunft unseres Landes.
Rita Mölders, stellvertretende Bundesvorsitzende des VBE für den Arbeitsbereich Tarif
Bildung braucht Verlässlichkeit
Lehrkräfte sowie pädagogische, sozial- und sonderpädagogische Fachkräfte begleiten Kinder und Jugendliche, arbeiten mit Familien, fangen soziale Problemlagen auf und sichern den schulischen Alltag oft unter Bedingungen von massivem Personalmangel und steigenden Anforderungen.
„Ohne die Beschäftigten funktioniert Schule nicht. Wer einen starken Staat will, muss auch bereit sein, die Menschen im öffentlichen Dienst zu stärken“, sagt Anne Deimel, Landesvorsitzende des VBE NRW.
Der VBE sieht die Arbeitgeber in der Pflicht, in der laufenden Tarifrunde Verantwortung zu übernehmen, auch mit Blick auf den dringend benötigten Nachwuchs im Bildungsbereich.
Signalwirkung für Millionen Beschäftigte
„Ohne spürbare Einkommensentwicklung und verlässliche Perspektiven wird es sehr schwer, junge Menschen für pädagogische Berufe zu gewinnen. Gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sind keine Zugeständnisse, sondern die Grundlage eines handlungsfähigen Staates“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW.
Die heutige Demonstration beginnt ab 10:00 Uhr an der Jägerhofstraße in Düsseldorf. Die Auftaktkundgebung ist gegen 11:00 Uhr geplant, anschließend zieht der Demonstrationszug zum Landtag.
In der aktuellen Einkommensrunde fordern die Beschäftigten eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Tarifverhandlungen für rund 900.000 Tarifbeschäftigte der Länder (außer Hessen) gehen vom 11. bis 13. Februar in Potsdam in die dritte Runde. Ein möglicher Abschluss betrifft darüber hinaus auch die Besoldungsanpassung für rund 1,2 Millionen Landesbeamtinnen und -beamte. Die Dachgewerkschaft des VBE, der dbb beamtenbund und tarifunion, ist direkt an den Verhandlungen beteiligt.
