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forsa-Umfrage zum Ganztag in NRW

VBE: Räume und Personal fehlen

Dortmund, den 23.01.2026. Jede dritte Schulleitung in Nordrhein-Westfalen (32 Prozent) geht davon aus, dass die Betreuung von der Kommune bis zum Schuljahr 2026/2027 nicht sichergestellt werden kann. Auf Nachfrage erklären die Befragten, dies liege vor allem an fehlenden Räumen sowie fehlendem Fachpersonal. Das geht aus der heute veröffentlichten Umfrage hervor, die forsa für die Bildungsgewerkschaft VBE durchführte. Dazu erklärt Stefan Behlau, Vorsitzender des VBE NRW:

„Ein guter Ganztag sollte in erster Linie durch das Gewährleisten von verlässlichen Lern-, Förder- und Betreuungsstrukturen ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit sein. Aber zugleich erleichtert ein qualitativ hochwertiger Ganztag die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und leistet somit auch einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Umso bedauerlicher ist es, dass die Debatte derzeit vor allem um Kosten und Zuständigkeiten kreist. Wer einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung einführt, muss auch die Voraussetzungen schaffen, damit dieser Anspruch vor Ort umgesetzt werden kann – mit ausreichenden Investitionen in Personal, Räume und Qualität.“

Stefan Behlau, Vorsitzender des VBE NRW

Ganztagsbildung sollte das Ziel sein

An rund der Hälfte der Grundschulen (51 Prozent) gibt es keine pädagogische Mindestqualifikation für angehende Mitarbeitende. Behlau kommentiert:

„Bei allen Herausforderungen der Schulträger vor Ort, darf das Ziel nicht aus den Augen verloren werden, dass Ganztag mehr sein muss als reine Betreuung: Es geht um qualitativ hochwertige Ganztagsbildung. Diese kann nur mit ausreichend qualifizierten pädagogischen Fachkräften gelingen. Die Ansprüche an das System Schule wachsen stetig, zugleich fehlt es an verlässlicher Unterstützung. Wenn Kinder und Jugendliche immer mehr Zeit in der Schule verbringen, müssen Lern- und Lebensorte entstehen, die Qualität, Verlässlichkeit und Wohlbefinden sichern. Darum geht es letztlich: um gute Bildung und Erziehung für unsere Kinder.“

forsa-Bericht zum Download

Grundlage der in der Pressemitteilung dargestellten Ergebnisse sind die Rückmeldungen von Grundschulleiterinnen und Grundschulleitern aus Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen der bundesweiten forsa-Schulleitungsbefragung erhoben und für NRW entsprechend ausgewertet wurden.

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