VBE: Kindern den Schulstart erleichtern
Anfang September beginnt für voraussichtlich rund 172.000 Kinder in Nordrhein-Westfalen mit der Einschulung ein neuer Lebensabschnitt. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW appelliert daran, die Freude auf das Lernen in den Mittelpunkt zu stellen.
„Jedes Kind kommt mit seinen Hoffnungen und Wünschen, jedoch auch mit seinen Ängsten und Sorgen und wird an seinem ersten Schultag erleben, dass die gesamte Schulgemeinschaft es mit offenen Armen aufnehmen wird“, erläutert Anne Deimel, Vorsitzende des VBE NRW.
Mit ihren Einschulungsfeiern setzen die Grundschulen ihre Signale, dass sie sich auf die neuen Kinder freuen und diese bei ihnen willkommen sind. Die Familien können ihren Kindern durch gemeinsame Vorbereitung und ermutigenden Zuspruch wichtige Sicherheit geben.
„Die Einschulung ist für Kinder und ihre Familien ein besonderer und oft sehr emotionaler Moment. Viele Kinder freuen sich auf die Schule. Gleichzeitig fragen sie sich, ob sie Freundinnen und Freunde finden, die Aufgaben bewältigen und sich in der neuen Umgebung zurechtfinden werden. Erwachsene können Sicherheit vermitteln, indem sie diese Fragen ernst nehmen und deutlich machen: Niemand muss vom ersten Tag an alles können“, erklärt Anne Deimel weiter.
Verlässliche Abläufe statt Perfektionsdruck
In den Tagen vor der Einschulung kann es helfen, Schlafenszeiten und morgendliche Abläufe schrittweise an den neuen Alltag anzupassen. Eine plötzliche Umstellung am letzten Ferienabend erzeugt dagegen häufig unnötige Hektik.
Kinder sollten in die Vorbereitung einbezogen werden. Gemeinsam können Kleidung und Schulmaterialien bereitgelegt, der Ranzen gepackt und das Pausenbrot geplant werden. Solche überschaubaren Aufgaben stärken die Selbstständigkeit und geben Orientierung.
Frühstück und Pausenverpflegung müssen nicht aufwendig sein. Entscheidend ist, dass sie zum Kind passen. Eine gesunde Zwischenmahlzeit trägt durch den Tag. Als Getränke eignen sich vor allem Wasser oder andere ungesüßte Getränke.
„Entscheidend sind verlässliche Abläufe, ausreichend Zeit und das Gefühl des Kindes, beteiligt zu sein. Vorbereitung soll Sicherheit schaffen und keinen zusätzlichen Druck erzeugen“, so Anne Deimel.
Den Schulweg gemeinsam einüben
Die Schulwege von Kindern in NRW sind sehr unterschiedlich. Doch für jeden Schulweg gilt, dass Eltern ihn mit ihrem Kind vor dem ersten Schultag mehrmals gemeinsam abgehen sollten. Dabei zählt für Kinder nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg. Eltern können so in Ruhe im Vorfeld Gefahrenstellen erklären und das Kind nach einigen Übungsgängen selbst die Führung übernehmen lassen. Das stärkt Kinder und hilft ihnen während der ersten Schulwochen, den Schulweg immer öfter allein oder gemeinsam mit anderen Kindern zurückzulegen.
„Der Schulweg ist bereits ein wichtiger Teil des Schultages. Kinder können sich beim Gehen unterhalten oder sich schon in Gedanken mit dem beschäftigen, was vor ihnen liegt. Daher ist es zu begrüßen, wenn auf das sogenannte Elterntaxi bis unmittelbar vor das Schultor verzichtet werden kann. Sehr sinnvoll sind Laufgemeinschaften (Walking-Bus), bei denen sich Eltern darin abwechseln, Gruppen von Kindern zu begleiten. Sie können Kindern Sicherheit geben und ihre Selbstständigkeit stärken“, erklärt Anne Deimel.
Die Schultüte ist kein Statussymbol
Der VBE ermutigt Familien, sich beim Befüllen der Schultüte nicht durch Werbung oder Vergleiche unter Druck setzen zu lassen. Größe, Preis und Anzahl der Geschenke sagen nichts darüber aus, wie wichtig einem Erwachsenen das Kind ist.
„Die Schultüte ist eine persönliche Geste und kein Wettbewerb. Ein guter Schulstart darf keine Frage des Geldbeutels sein. Natürlich darf auch etwas Süßes hinein. Hinzukommen können nützliche Kleinigkeiten für den Schulalltag. Besonders wertvoll ist häufig ein persönlicher Brief, in dem Eltern oder andere Bezugspersonen dem Kind gute Wünsche mit auf den Weg geben“, erklärt Deimel.
Der erste Schultag ist ein wichtiger Schritt
Der erste Schultag entscheidet mit, ob Kinder sich von Beginn an aufgehoben und sicher fühlen. Daher ist es so wichtig, sich die Zeit zu nehmen, ihnen zu vermitteln, dass Schule einerseits Freude macht und sie andererseits in ihrer gesamten Persönlichkeit angenommen werden.
„Der erste Schultag ist ein wichtiger Schritt in der Vita eines Kindes und der Beginn eines neuen Lern- und Entwicklungsweges. Kinder brauchen dafür Zuversicht, verlässliche Beziehungen und die Gewissheit: Ich bin willkommen, mir wird etwas zugetraut und ich darf in meinem eigenen Tempo lernen“, erklärt Anne Deimel.
