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Kinder und Jugendliche sind mehr als ihre Noten

Zur Zeugnisausgabe in Nordrhein-Westfalen



15.07.2026

Anlässlich der bevorstehenden Zeugnisausgabe in Nordrhein-Westfalen rät der Verband Bildung und Erziehung NRW dazu, Zeugnisse mit Ruhe, Augenmaß und dem nötigen Vertrauen in die Kinder und Jugendlichen zu begleiten. Noten seien wichtige Rückmeldungen, dürften aber nicht zum alleinigen Maßstab für den Blick auf das Kind werden. Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW, erklärt:

„Zeugnisse geben Hinweise darauf, wie der aktuelle Lernstand ist und wo Unterstützung sinnvoll sein kann. Sie sagen aber nichts über den Wert eines Kindes aus.“

Das Kind im Team mit der Schule unterstützen

Der VBE empfiehlt gemeinsam mit dem Kind zu besprechen, wie die Noten entstanden sind. Dabei sollte nicht nur auf Defizite geschaut werden, sondern ausdrücklich auch auf das, was gelungen ist. Wenn größere Lernlücken bestehen, könne es sinnvoll sein, gemeinsam mit Lehrkräften zu klären, welche Schritte nach den Ferien helfen. Entscheidend sei eine ausgewogene Balance zwischen Erholung und gezielter Unterstützung.

„Lernen in den Ferien kann sinnvoll sein, wenn es gut dosiert, klar begrenzt und nicht als Strafe empfunden wird. Wer direkt zu Ferienbeginn versucht, ein ganzes Schuljahr nachzuholen, erzeugt zusätzlichen Druck. Besser ist es, Erholung zu ermöglichen und später behutsam wieder einzusteigen“, so Behlau.

Der VBE rät Eltern, Lesen, Wiederholen oder Üben möglichst alltagsnah und spielerisch einzubauen.

Sommerferien sollten der Erholung dienen

Der VBE betont, dass die Sommerferien vor allem der Erholung dienen müssen. Kinder und Jugendliche hätten ein anstrengendes Schuljahr hinter sich. Schule bedeute Konzentration, Leistungsanforderungen, soziale Herausforderungen und einen stark getakteten Alltag. Diese Belastung dürfe nicht nahtlos durch Freizeitstress oder dauerhaften Lerndruck ersetzt werden.

Stefan Behlau erklärt dazu: „Ferien sind eine notwendige Pause, damit Bildung wieder möglich wird. Wer wirklich abschalten kann, kann danach auch wieder konzentriert auf Empfang gehen. Deshalb brauchen Kinder und Jugendliche in den Ferien keine neuen Stundenpläne, sondern Freiraum.“

„Entscheidend ist, dass Kinder und Jugendliche spüren: Ich bin mehr als meine Noten.“

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