lehrer nrw und der Verband Bildung und Erziehung Nordrhein-Westfalen (VBE NRW) wenden sich mit einem gemeinsamen offenen Brief an Schulministerin Dorothee Feller. Anlass ist die zum 1. August 2026 vorgesehene Überführung der Eingangsbesoldung der Lehrkräfte der Primarstufe und der Sekundarstufe I nach A13.
Beide Gewerkschaften begrüßen diesen Schritt ausdrücklich als längst überfällige Anerkennung der gleichwertigen Ausbildung aller Lehrämter. Gleichzeitig warnen sie jedoch davor, dass die Maßnahme nicht isoliert betrachtet werden darf: Der Haushaltsplan 2026 sieht bislang keinerlei Weiterentwicklung der Beförderungs- und Funktionsämter sowie der Schulleitungen in diesen Schulformen vor.
lehrer nrw und VBE NRW fordern daher gemeinsam:
- die zeitnahe Weiterentwicklung der Besoldung für Schulleitungen sowie für Beförderungs- und Funktionsstellen in der Primarstufe und der Sekundarstufe I,
- verlässliche und gerechte Laufbahnperspektiven auch für Fachleitungen dieser Schulformen,
- eine klare haushalterische Absicherung dieser Schritte zum Jahr 2027.
Dazu erklärt Sven Christoffer, Vorsitzender lehrer nrw: „Am 1. August 2026 stehen wir vor der absurden Situation, dass Eingangsamt und erstes Beförderungsamt besoldungsgleich sind. Das ist nicht akzeptabel. Die Wertschätzung für Kolleginnen und Kollegen im ersten Beförderungsamt, in Fach- und Schulleitungen sowie in Funktionsämtern muss sich auch finanziell widerspiegeln. Denn wenn sich Leistung nicht mehr lohnt und Engagement nicht mehr gewürdigt wird, droht Stillstand. Eine Landesregierung, die sich Bildungsqualität und nachhaltige Schulentwicklung an allen Schulformen auf die Fahnen geschrieben hat, darf das nicht zulassen.“
Anne Deimel, Vorsitzende des VBE NRW, warnt: „Schul- und Fachleitungen sowie die Kolleginnen und Kollegen in den Beförderungsämtern tragen eine zentrale Verantwortung für Schulentwicklung, Koordination und Führung. Dass der Haushaltsplan 2026 hierfür keinerlei Perspektive eröffnet, ist nicht vermittelbar und führt zu Frustration und Demotivation. Nordrhein-Westfalen braucht faire Laufbahnperspektiven und eine klare haushalterische Absicherung spätestens zum Jahr 2027.“
Aus Sicht des VBE NRW darf die A13-Überführung deshalb nicht auf halber Strecke stehen bleiben. Stefan Behlau, Vorsitzender des VBE NRW, betont: „Die Überführung nach A13 ist ein wichtiger Schritt, aber sie darf nicht isoliert betrachtet werden. Wenn Beförderungs- und Funktionsstellen sowie Schul- und Fachleitungen in der Primarstufe und der Sekundarstufe I nicht weiterentwickelt werden, werden verantwortungsvolle Aufgaben entwertet. Wer Schulen stärken will, muss auch diejenigen stärken, die dort täglich zusätzliche Verantwortung übernehmen.“
Beide Gewerkschaften warnen, dass ohne klare Signale und Perspektiven die Attraktivität von Leitungs- und Funktionsstellen weiter sinken wird. Bereits heute zeigen sich die Folgen in unzureichenden Besetzungsquoten bei Schulleitungen und Stellvertretungen. Eine nachhaltige Stärkung der Schulen ist nur möglich, wenn Verantwortung auch besoldungsrechtlich angemessen abgebildet wird.
Offener Brief
lehrer nrw und VBE NRW fordern Konsequenzen aus der A13-Überführung
