VBE: Woher kommen die Fachkräfte?
Düsseldorf, 13.01.2026. Nach den Plänen des Schulministeriums soll die Schulanmeldung künftig um ein halbes Jahr vorgezogen werden, erstmals ab dem Frühjahr 2028. Kinder mit festgestelltem erhöhtem sprachlichem Förderbedarf sollen dann ab Beginn des folgenden Schuljahres ein verpflichtendes schulisches Förderangebot erhalten.
„Der VBE hat immer gefordert, dass Bildung vom Kopf auf die Füße gestellt werden muss. Das beinhaltet eine frühzeitige Förderung. Fakt ist jedoch auch: Schulen benötigen hierfür die notwendigen Ressourcen und die Zeit, sich mit den neuen Anmeldemodalitäten auseinanderzusetzen und gleichzeitig die schulischen Anmeldungen an die individuellen Entwicklungsstände der Kinder anzupassen. Denn es darf nicht vergessen werden, dass Kinder bei der Schulanmeldung in ihrer Entwicklung bis zu drei Jahre auseinanderliegen.“
Sprachförderung sichern
„Die Beherrschung der deutschen Sprache ist zweifellos eine grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe am Unterricht und für den Bildungserfolg von Kindern“, sagt Anne Deimel.
Notwendige Stellen besetzen
„Diese grundlegende Änderung der Arbeit in den Grundschulen erfordert, dass in einem ersten Schritt die notwendigen Stellen besetzt und das Personal qualifiziert wird. Geplante Lehrkräftestellen reichen nicht aus, ebenso ist dringend eine Ausweitung der Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte erforderlich.
Schon heute fehlen an vielen Grundschulen sowohl Lehrkräfte als auch sozialpädagogische Fachkräfte“, erklärt Anne Deimel, Vorsitzende des VBE NRW.
Lernen mit Kopf, Herz und Hand
„Kritisch sehen wir jedoch die Bezeichnung ABC-Klasse. Sprache lässt sich nicht auf das Erlernen des ABC reduzieren. Kinder sind ganzheitliche Persönlichkeiten und benötigen eine ganzheitliche Förderung – Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Dazu gehören neben sprachlichen Kompetenzen ebenso grundlegende Fähigkeiten, etwa im mathematischen oder sozialen Bereich“, erklärt Deimel.
Gerade die Förderung mathematischer Grundkompetenzen sollte dabei stärker in den Blick genommen werden. Diese sind für das spätere Erlernen des Rechnens unverzichtbar, da mathematische Inhalte aufeinander aufbauen. Fehlende Basiskompetenzen lassen sich später oft nur mit großem Aufwand nachholen.
Abschließend stellt der VBE NRW fest, dass die vorgestellten Änderungen Potenziale für viele Kinder bergen. Die Umsetzung in den einzelnen Schulen erfordert eine gründliche und differenzierte Vorbereitung. Die Grundschule 2028 wird nicht mehr die Grundschule von heute sein. Daher müssen alle Beschäftigten sowie die Eltern von Beginn an gut mitgenommen werden.
