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DKLK-Studie 2025

Schieflage in den Kitas in NRW (25.03.2025)

Jede zweite Kitaleitung empfiehlt ihren Beruf nicht weiter – Personalmangel erschwert Naturerlebnisse in Kitas

83 Prozent der befragten Kitaleitungen in NRW üben ihren Beruf alles in allem sehr gerne aus, jedoch nahezu die Hälfte würde ihren Beruf nicht weiterempfehlen.

„Dieser Befund lässt aufhorchen und macht nachdenklich. Wo drückt der Schuh in den Kitas in NRW?“, fragt Anne Deimel, Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE NRW), anlässlich der heute veröffentlichten Ergebnisse der DKLK-Studie 2025 im Rahmen des Deutschen Kitaleitungskongresses in Düsseldorf.

Studie zeigt, was sich Kitaleitungen wünschen

Die DKLK-Umfrage 2025 gibt Aufschluss. Kitaleitungen wissen genau, welche Faktoren ihre Arbeit erschweren. Neben dem weiterhin akuten Fachkräftemangel benennen sie die fünf wichtigsten Handlungsfelder, die dringend angegangen werden müssen:

  • Ein besserer Personal-Kind-Schlüssel (63 %)
  • Kleinere Gruppengrößen (55 %)
  • Weniger Verwaltungsaufwand (43 %)
  • Verfügungszeiten für Vor- und Nachbereitungen (38 %)
  • Eine höhere gesellschaftliche und politische Wertschätzung (39 %).

Die gesellschaftliche und politische Wertschätzung der Kita-Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt für notwendige Unterstützungen. Die Bedarfe der Beschäftigten müssen seitens der Politik als sinnvoll und richtig für die Ausübung des Berufes anerkannt werden, um die Schieflage in den Kitas zu verbessern. Wenn nur bei gut einem Drittel der Kitaleitungen das Verhältnis von vertraglicher und tatsächlicher Leitungszeit passt, stimmt das mehr als bedenklich.

Anne Deimel, Vorsitzende des VBE NRW

Überlastung führt zu einem Teufelskreis im System

„Wir wissen, wie wichtig und wertvoll eine gelingende frühkindliche Bildung und Erziehung unserer Kinder für die gesamte Bildungslaufbahn ist. Und dennoch ist die Fachkraft-Kind-Relation in NRW sowohl im U3-Bereich als auch im Ü3-Bereich deutlich schlechter als wissenschaftlich empfohlen. Demzufolge sind die Gruppen zu groß und die hohe Arbeitsbelastung der Erzieherinnen und Erzieher führt zu Fehlzeiten und Krankschreibungen. Es entsteht eine Art Teufelskreis im System, dem nur schwer zu entgegnen ist“, so Deimel weiter.

Naturerfahrungen für Kinder oft schwer realisierbar

Ein Schwerpunkt der vorgestellten DKLK-Umfrage beschäftigt sich mit der Thematik „Natur und Kita im Einklang?“.

3 von 4 Kitaleitungen sagen aus, dass Kinder die Natur den Räumen der Kita vorziehen würden. Über die Hälfte der Befragten, und damit deutlich mehr Personen als in anderen Bundesländern (37 %), geben allerdings an, seltener als wöchentlich mit den Kindern einen Naturraum wie Wald oder Wiese aufzusuchen.

Um mit den Kindern häufiger in die Natur gehen zu können, benötigen 83 Prozent der befragten Kitaleitungen mehr Personal, die Hälfte der Befragten benötigt den Willen der Erzieherinnen und Erzieher.

„Wenn die Gruppen zu groß sind und das notwendige Personal fehlt, ist es einerseits eine Herausforderung, den Kindern dabei zu helfen, sich umzuziehen und die Schuhe zu wechseln, um draußen sein zu können, andererseits ist die Verantwortung im Rahmen der Aufsichtspflicht größer“, erläutert Anne Deimel.

Sie führt weiter aus: „Wir leben in einer von der Digitalisierung geprägten Gesellschaft, in der bereits kleine Kinder viel Zeit mit Handys und Tablets verbringen. Kinderärztinnen und -ärzte weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig Bewegung für die gesunde Entwicklung von Kindern ist. Und wir schaffen es nicht, die Rahmenbedingungen in den Kitas in NRW so zu gestalten, dass Kinder ausreichend Zeit in der Natur verbringen können.“

Positive Effekte für Kinder und Fachkräfte

Deutliche Mehrheiten der befragten Kitaleitungen erleben bei Kindern und Fachkräften positive Auswirkungen, wenn diesen ermöglicht wird, Naturräume aufzusuchen.

Positive Auswirkungen bei Kindern betreffen u. a.:

  • Motorische Fähigkeiten
  • Gesundheit
  • Wohlbefinden
  • Stärkung des Umweltbewusstseins

Positive Auswirkungen bei Fachkräften betreffen u. a.:

  • Gesundheit
  • Geringere Lärmbelastung
  • Persönliche Weiterentwicklung im pädagogischen Handeln
  • Wohlbefinden
  • Stresserleben

„Der VBE NRW macht hier auf ein Entwicklungsfeld aufmerksam, welches für die Zukunft der Kinder und Beschäftigten in den Kitas eine große Chance sein kann. Die Forderung an die Verantwortlichen lautet ganz klar: Gestaltet die Rahmenbedingungen in den Kitas so, dass Spielen und Lernen in der Natur und Gesundheit und Wohlbefinden durch Naturerfahrungen zum Alltag gehören können“, schließt Deimel.

Weiterführende Informationen:

Die DKLK-Studie 2025 ist eine Umfrage von FLEET Education Events in Kooperation mit dem VBE Bundesverband sowie den vier VBE Landesverbänden, dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), dem VBE Baden-Württemberg, dem VBE Hessen und dem VBE Nordrhein-Westfalen (VBE NRW) unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Andy Schieler von der Hochschule Koblenz. An der Umfrage haben 2.659 Kitaleitungen teilgenommen. Die Ergebnisse der DKLK-Studie wurden im Rahmen des Deutschen Kitaleitungskongresses in Düsseldorf vorgestellt.

Hier erhalten Sie die digitale Pressemappe inklusive der DKLK-Studie 2025.

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