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03.12.2019

VBE: Ansporn für mehr Engagement und weniger Sonntagsreden

PISA-Ergebnisse

„Ein klarer Abstand zu den Spitzenreitern und weit entfernt von Chancengerechtigkeit – die Ergebnisse spiegeln die Bildungspolitik wider und sind nicht überraschend. Wir hoffen, dass PISA ein Ansporn für mehr Engagement und weniger Sonntagsreden ist. Helfen würde die Stärkung aller Schulformen. Der Fokus der Bildungspolitik liegt zu sehr auf den vermeintlich höchsten Schulabschluss“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW, anlässlich der heute vorgestellten PISA-Ergebnisse.

In Deutschland nahmen rund 5.500 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren aus rund 220 Sekundarschulen teil.

Individuelle Förderung zu ermöglichen, ist aus Sicht des VBE eine direkte Aufforderung, die sich sehr deutlich aus den Ergebnissen ableiten lässt.

„Es gibt immer ein Bündel von Ursachen. Fest steht aber, dass eine individuelle Förderung helfen würde. Das geht nur mit ausreichend gut ausgebildetem Personal. Leider setzt unsere Landesregierung auf Notlösungen. Der Seiteneinstieg ohne Vorqualifizierung etwa wird weder dazu beitragen, die Chancengleichheit zu erhöhen noch künftig bessere Ergebnisse zu erhalten. Auf die beste und effektivste Werbung für den Lehrerberuf hat die Landesregierung leider bislang verzichtet“, sagt Behlau.

Leseverständnis

„Leseförderung in der Familie, individuelle Förderung in der Kita, die Stärkung der Grundschulen und der Sek I sind dringend notwendig. Es muss alarmieren, dass viele Jugendliche nicht den Sinn von Texten erfassen und reflektieren können. Alle müssen zudem in die Lage versetzt werden, zwischen Meinung und Tatsachen unterscheiden zu können. Hier ist eine lückenlose individuelle Förderung notwendig. Der Personalmangel in der Grundschule und in der Sek I erschwert dies. Schade, dass etwa die Grundschulen nicht mehr sozialpädagogische Fachkräfte erhalten. Im Sommer wurden diese Stellen zwar angekündigt, aber in den Haushaltsentwurf haben sie es nicht geschafft“, sagt Behlau.

Begeisterung für das Lesen

„Die Lesemotivation ist gesunken. Alle sind gefragt, für das Lesen zu begeistern. Leseförderung in der Familie, individuelle Förderung in der Kita, Stärkung der Grundschulen und der Sek I sind dringend notwendig“, sagt Behlau.

Digitale Medien im Unterricht

„Natürlich setzen deutsche Schulen weniger digitale Medien ein. Viele Schulen haben schlicht keine digitalen Medien oder kein W-Lan, um diese nutzen zu können. NRW schafft es immer noch nicht, eine überzeugende Digitalstrategie für die Schulen zu entwickeln, aber die Landesregierung beschließt das Fach Informatik. Welche Fachlehrer sollen mit welcher Hardware und welcher digitalen Infrastruktur dieses unterrichten? Bitte keine Digital-Symbolpolitik, sondern echte Unterstützung für die Schulen – jetzt, morgen und übermorgen! Wir brauchen eine Stärkung der Schulen, um grundsätzliche Kompetenzen angemessen fördern zu können“, erklärt Behlau.

Schulklima / Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler

„Fast ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler geben an, mindestens ein paar Mal pro Monat von Mitschülern drangsaliert zu werden. Schauen wir auf die Sprache, müssen wir leider eine Verrohung feststellen. Hier ist die ganze Gesellschaft gefragt. Alle Erwachsenen sind Vorbilder. Ein gutes Lernklima erfordert angemessene Bedingungen. Der VBE setzt sich unter anderem gemeinsam mit der Landesschüler*innenvertretung gegen jegliche Formen von Gewalt ein“, erklärt Behlau.

 

Weiterführende Informationen:

Die Ergebnisse für Deutschland

Die PM der OECD


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