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28.02.2012

Zum Antrag der CDU-Fraktion

VBE: Inklusion zwischen Anspruch und Wirklichkeit

„Die CDU hat erkannt, dass eindeutige inhaltliche Eckpunkte, klare Finanzierungszusagen und eine präzise zeitliche Perspektive der Umsetzungsschritte im Schulgesetz NRW festgelegt werden müssen, damit Inklusion zum Vorteil aller Beteiligten gelingen kann.“ So kommentiert Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE NRW), den heute im Ausschuss für Schule und Weiterbildung vorgelegten Antrag der CDU-Fraktion.

„Den Anforderungen zu den erforderlichen Ressourcen und Qualitätsstandards, die die Inklusion an den Bildungsbereich stellt, muss endlich Rechnung getragen werden“, betont Beckmann. So mache auch das im Dezember 2011 vorgestellte Eckpunktepapier der CDU zum Thema Inklusion deutlich, dass ein inklusives Bildungssystem nicht zum Nulltarif zu haben ist. Damit sich möglichst viele Schulen der Herausforderung, eine inklusive Schule zu werden, stellen können, müssten die entsprechenden Rahmenbedingungen zu den erforderlichen personellen, sächlichen und räumlichen Standards geschaffen werden. „Dabei gilt es, alle Schulformen und Schulstufen in den Blick zu nehmen.“
 
Der VBE unterstützt die Forderung der CDU nach einer personellen Doppelbesetzung in Inklusionsklassen. Denn inklusive Klassen benötigen eine personelle Ausstattung, die gegenüber einer Regelklasse mindestens 175 Prozent beträgt. „Wenn man von der Annahme ausgeht, dass alle Förderschüler für Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen inklusiv unterrichtet werden sollen und alle Klassen doppelt besetzt werden, ist ein Mehrbedarf von bis zu 10.000 zusätzlichen Stellen zur Unterstützung der Lehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen erforderlich“, so Beckmann. Daher reiche es nicht aus, nur die Stellen im System zu belassen, die sich aus den Demografiegewinnen bzw. den Schließungen von Förderschulen ergeben werden.
 
Die „Eckpunkte für den Weg zur inklusiven Schule in NRW“, die die Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen vor kurzem vorgelegt haben, stellen aus Sicht des VBE keine Basis bzw. Perspektive für ein erfolgreiches Gelingen dar. „Wenn der Antrag von SPD und den Grünen im März im Landtag beraten wird, ist es unserer Meinung nach unabdingbar, die bisher sehr vagen Aussagen zu konkretisieren. Die Regierungsfraktionen schreiben zwar, dass es erforderlich sei, sonderpädagogische Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Doch welche genau benötigt werden und wie die konkrete Umsetzung aussehen muss, gibt das Eckpunktepapier nicht her“, moniert Beckmann. Es folge lediglich die schwammige Formulierung, dass hier geprüft werden solle, ob und unter welchen Voraussetzungen dies künftig in Form von Stellenbudgets geschehen kann.
 
„Inklusive Bildung, wenn sie unterfinanziert ist, wird letztlich auf dem Rücken der Lehrkräfte und damit letztlich auch auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen“, bekräftigt Beckmann abschließend.

PM 08/12 v. 29.02.2012

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