Mobbing an Schulen

16.09.2019

Mobbing an den Schulen ist im Verband Bildung und Erziehung (VBE) lange ein zentrales Thema, denn Mobbing nimmt an Bedeutung zu.

Besonders wichtig ist es für den VBE in diesem Zusammenhang, dass Lehrer sich zum Thema „Mobbing“ weiterbilden. An jeder Schule sollte es ein bis zwei Experten auf diesem Gebiet geben.

Heute ist besonders das Cybermobbing in den Schulen ein Thema: Es endet nicht nach dem Schulschluss, sondern verfolgt die Opfer 24 Stunden lang an allen Wochentagen. Und nicht immer bleibt es im digitalen Raum. Worte finden ihren Weg in die Realität, aus Worten werden manchmal Taten.

Laufen die Angriffe von Mitschülern/Mitschülerinnen konsequent über einen längeren Zeitraum, werden Kinder schikaniert oder ausgegrenzt, dann sprechen wir von „Mobbing“. Bei den betroffenen Kindern führt Mobbing nicht nur zu einer Beeinträchtigung ihrer Leistungsfähigkeit, sondern in vielen Fällen auch zu psychosomatischen Beschwerden. Die beteiligten Personen – auch die Täter/-innen – senden fast immer Signale aus. Diese müssen von uns Lehrern wahrgenommen, gedeutet und als Ausgangspunkt für Klärungsgespräche genutzt werden. Es gibt zahlreiche Gesichter des Mobbings, die wir kennen und verstehen sollten.

In diesem Zusammenhang brauchen wir aber Stunden in den Schulen, um diesen sozialen Problemen Raum geben zu können. Um ein Gemeinschaftsgefühl stärken zu können, brauchen Lehrer Zeit, Gemeinschaftsaktionen zu planen, Situationen in den Klassen und Kleingruppen zu besprechen und zum Beispiel in Rollenspielen eine emotionale Intelligenz anzubahnen. Empathiefähigkeit kann nur wachsen, wenn man es immer wieder trainiert.

Vor allem muss aber die Medienkompetenz in der Schülerschaft insgesamt gestärkt werden. Cybergewalt ist ein wichtiger Aspekt und darf nicht unterschätzt werden. Fake-News als Instrument von radikalen Gruppen zu erkennen, ist ebenfalls eine dringende Herausforderung.

Die Zeit aber auch die digitalen Voraussetzungen fehlen oftmals an Schule. Da ist noch viel Luft nach oben. Immer mehr Aufgaben werden an die Schulen herangetragen obwohl die Ressourcen fehlen. 

Neben Klassenlehrerstunden, „Multiprofessionellen Teams“ von Lehrern, Sonderpädagogen, Schulsozialarbeitern, Schulpsychologen und Sozialpädagogischen Fachkräften kann auch der Religionsunterricht seinen Beitrag leisten. Themen wie „Ich und die anderen“, „Über das Zusammenleben nachdenken“ sind hier zentrale Themen des Lehrplans und somit nicht zu unterschätzen.

Dass wir in diesem Zusammenhang in Hamm lediglich eine Lehrkraft für den Islamischen Religionsunterricht haben, ist erschreckend. Diese Lehrkraft ist an zwei Schulen in Bockum-Hövel (Freiligrath und Gebrüder Grimm) für 126 Schülerinnen und Schüler mit sechs Kursen zuständig. Alle anderen Schulen gehen leer aus. Hier ist noch Luft nach oben!

Elke Linnemann-Rittmann
VBE Hamm
, Öffentlichkeitsarbeit

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