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06.05.2019

VBE: Mehr als nur ein Update erforderlich

Neue VBE-Umfrage zur Digitalisierung in der Schule

An 90 Prozent aller Schulen in Nordrhein-Westfalen fehlen den Lehrkräften dienstliche Computer (bundesweit sind es 81 %). Das geht aus der heute veröffentlichten Umfrage zur Digitalisierung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) hervor. „Jede Lehrkraft benötigt ein digitales Arbeitsmittel. Es kann nicht sein, dass es an einigen Standorten nur wenige oder gar keine Dienstrechner für dutzende Lehrkräfte gibt. Die Welt ist digital und Schule an vielen Standorten noch analog. Hier ist mehr als nur ein Update erforderlich, es fehlt schlicht die Grundausstattung“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW. 

Die Ausstattung der Schulen in Nordrhein-Westfalen ist unzureichend. Um nicht auf moderne Geräte verzichten zu müssen, nutzen an 15 Prozent der Schulen die Lehrkräfte die Methode „Bring your own device“, bei der Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Tablet oder Smartphone im Unterricht nutzen. „Die Idee, ein privates Gerät zu nutzen, mag zunächst nach einer einfachen Lösung klingen, aber dieser Weg ist problematisch“, betont Behlau.

 

Den Weg „Bring your own device“ sehen auch die Schulleitungen in Nordrhein-Westfalen kritisch. 91 Prozent aller Schulleitungen sehen Nachteile darin, eigene Geräte zu nutzen. Sie befürchten eine zu hohe Anforderung an Lehrkräfte, wenn sie dieselbe Funktion auf unterschiedlichen Geräten und Systemen erklären müssen. Als große Nachteile für Schülerinnen und Schüler sehen die befragten Leitungen, dass nicht allen Kindern und Jugendlichen ein Gerät zur Verfügung steht und durch veraltete oder „uncoole“ Modelle die Gefahr des Mobbings besteht.

An zwei Drittel der Schulen in Nordrhein-Westfalen fehlen Klassensätze an Tablet-PC und Smartphones. „Für Kinder und Jugendliche ist es eine Glückssache des Wohnorts, ob sie eine angemessene und zeitgemäße ausgestattete Schule besuchen können. Für Lehrkräfte ist es unfassbar frustrierend, beste Bildung ermöglichen zu wollen, aber weder die Technik noch die nötige Fortbildung oder die Konzepte dafür zur Verfügung zu haben. Für eine erfolgreiche Digitalisierung der Schulen müssen Personal, Ausstattung, Fortbildungen und Medienkonzepte zusammengedacht werden“, erklärt Stefan Behlau.

 

Sind Geräte vorhanden, können Schülerschaft und Lehrkräfte nicht an allen Standorten problemlos auf das Internet zugreifen. 69 Prozent der Schulleitungen geben an, dass sowohl schnelles Internet als auch W-Lan nicht in allen Klassen- und Fachräumen zur Verfügung steht (Bundesdurchschnitt 63 %). „Die Erwartung an den Digitalpakt ist – auch durch die langwierigen Geburtswehen – viel zu hoch. Der Digitalpakt ist eine verspätete Starthilfe. Unsere Schulen brauchen regelmäßige und nachhaltige Investitionen“, fordert der Landesvorsitzende des VBE NRW.

 

Für die Betreuung und Verantwortung der IT-Ausstattung ist an nur 62 Prozent der Schulen IT-Fachpersonal im Einsatz.  Stefan Behlau: „Lehrkräfte benötigen für ihre Aufgaben mehr Zeit. Für Wartung und Instandhaltung sollten IT-Fachkräfte eingesetzt werden.“

 

Weiterführende Informationen:

 

Im Auftrag des VBE befragte forsa bundesweit 1232 Schulleitungen (darunter 259 aus Nordrhein-Westfalen). Die Ergebnisse können Sie hier herunterladen.

 

Grafiken der Umfrageergebnisse

 

Rechtsgutachten zur Ausstattung von Lehrkräften mit digitalen Arbeitsgeräten an Schulen in Nordrhein-Westfalen

 

Eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass jährlich rund 2,8 Milliarden Euro investiert werden müssten.


Pressemitteilung 36-2019
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