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16.11.2012

VBE: Delegiertenversammlung stellt Weichen für die nächsten fünf Jahre

Sylvia Löhrmann und Wolfgang Huber präsentieren Ideen für mehr Bildungsgerechtigkeit – neuer Landesvorstand gewählt

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW setzt heute und morgen den Kurs für die nächsten fünf Jahre fest. Im Blickpunkt dabei steht das Motto „Mehr Gerechtigkeit wa(a)gen“. Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann machte dabei erneut deutlich, dass es gilt, die bisherigen Anstrengungen für den Bereich U3-Ausbau, Inklusion und die gleiche Bezahlung von Lehrkräften aller Schulformen weiter zu intensivieren: „Wir haben bei weitem noch nicht die Bildungsgerechtigkeit, die wir für die Kinder erwarten und die berufliche Chancengleichheit, auf die Lehrkräfte einen Anspruch haben.“

„In den nächsten fünf Jahren werden wir uns verstärkt der Inklusion widmen, dem gemeinsamen Lernen behinderter und nicht-behinderter Kinder“, sagt Udo Beckmann, „die Bestrebungen, die die Landesregierung bisher zeigt, reichen bei Weitem nicht aus, um die Kinder zu Gewinnern der Inklusion zu machen. Es geht nicht an, dass die Veränderungen wegen mangelnder Ressourcen auf dem Rücken der Kinder und Lehrer ausgetragen werden.“ Noch immer sei nicht abschließend geklärt, wie der Mehrbedarf an Lehrern, die durch das gemeinsame Lernen entstehen, gedeckt werden soll. „Auch die geplanten Nachqualifizierungen werden die bestehende Personallücke nicht füllen können“, so Beckmann weiter.

Beckmann kritisierte auch das Vorhaben der Landesregierung, durch eine sogenannte redaktionelle Änderung die Schließung von 2/3 der Förderschulen für den Bereich „Lernen“ mit einem Federstreich möglich zu machen und sie so nahezu zu erzwingen: „Das ist politisches Kalkül und damit eine Schließung durch die Hintertür.“

Auch dem Ausbau der U3-Betreuung wird der VBE verstärkt Aufmerksamkeit widmen. „Es kann nicht sein, dass NRW immer noch die rote Laterne trägt. Die Landesregierung hat die Entwicklung schlichtweg verschlafen und bekommt jetzt Panik, weil im nächsten Jahr der Rechtsanspruch der Eltern auf einen U3-Platz kommen soll“, ärgert sich Beckmann. Hier sei es wichtig, ohne Qualitätseinbußen die Betreuung der Kleinsten zu sichern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsarbeit wird im Bereich der Berufspolitik liegen: „Schulleiterstellen sollten endlich schneller besetzt werden – dafür brauchen wir aber entsprechende Anreize“, fordert Beckmann und verweist auf das geringe Lohn-Plus, das ein Schulleiter im Vergleich zu einem Lehrer hat, während sein Aufgabenfeld deutlich weiter gefasst ist. Außerdem müsse in einer Dienstrechtsreform endlich die Ungleichbehandlung der Lehrer beseitigt werden: „Es kann nicht angehen, dass Studenten, die demnächst alle mit dem gleichen Abschluss ‚Master‘ die Universität verlassen, unterschiedlich bezahlt werden, zum Teil sogar geringer, als Universitätsabgänger im sonstigen öffentlichen Dienst“, so Beckmann. Hier gäbe es laut VBE-Vorsitzendem dringenden Klärungsbedarf.

Zur Delegiertenversammlung sind neben den 296 wahlberechtigten Delegierten auch knapp 100 Gäste aus Wirtschaft und Politik gekommen, um den VBE auf seinem Weg in die Zukunft zu begleiten. In einem erweiterten Grußwort stellte  NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann die Inklusion in den Mittelpunkt. „Das ist die größte Herausforderung, die wir zu gestalten haben.“ Vor allem die Nachqualifizierung der Lehrkräfte zu Sonderpädagogen sei ein guter Schritt, um der großen Nachfrage zu begegnen.

Löhrmann sprach sich zudem erneut für eine Aufhebung des Kooperationsverbots in allen schulischen Bereichen aus: „Daraus sollte ein Kooperationsgebot werden – hier wissen wir, dass wir gemeinsam mit dem VBE Druck machen können.“

Neben ihr galt die Aufmerksamkeit der Gäste dem ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands, Prof. Wolfgang Huber, der beklagte, dass es immer noch zu wenig Hilfsangebote für Familien gibt, die die Entwicklung ihrer Kinder nicht allein stemmen können. Die Gesellschaft brauche bessere Unterstützungssysteme, so Huber. Wichtig sei vor allem, dass jedes Kind in seinen Stärken gefördert wird, weil „kein Talent brach liegen und kein Potenzial ungenutzt bleiben darf, weil jeder Jugendliche als künftiger Facharbeiter gebraucht wird.“

Außerdem übte Huber scharfe Kritik an der frühen Separierung von Kindern in der Schule: „Unser Bildungssystem ist zwar durchlässig – aber überwiegend nach unten“, machte er klar und forderte eine bessere Förderung der Kinder aus bildungsfernen Schichten.

Im Laufe des Nachmittags wählen 296 Delegierte, die Vertreter der Stadt- und Kreisverbände, außerdem noch den neuen Landesvorstand. Udo Beckmann, der bereits seit 1996 Landesvorsitzender ist, stellt sich erneut zur Wiederwahl. Die Ergebnisse der Wahlen werden wir im Anschluss bekannt geben.

Delegiertenversammlung hat neuen Landesvorstand gewählt

Udo Beckmann bleibt weitere fünf Jahre Vorsitzender

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW hat heute seinen neuen Landesvorstand gewählt. Vorsitzender bleibt weiter Udo Beckmann, der den VBE NRW schon seit 1996 führt. Beckmann (wohnhaft in Bad Wünnenberg / Kreis Paderborn) wurde mit einer überragenden Mehrheit von 99 % bereits zum 5. Mal zum Vorsitzenden der größten Lehrerorganisation im Deutschen Beamtenbund (dbb) gewählt.

Als stellvertretende Landesvorsitzende des VBE NRW wurden gewählt:

-       Stefan Behlau (Schul- und Bildungspolitik, 86 %, Siegburg / Rhein-Sieg-Kreis)

-       Jutta Endrusch (Berufspolitik, 77 %, Wetter / Ennepe-Ruhr-Kreis)

-       Hans-Gerd Scheidle (Öffentlichkeitsarbeit, 96 %, Lünen / Kreis Unna)

-       Bernhard Nolte (Finanzen, 99 %, Dortmund)

-       Ute Foit (zusätzliche stellvertretende Vorsitzende ohne festen Arbeitsbereich, 92 %, Köln)


Pressemitteilung 51/52-12
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