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25.11.2011

40 Jahre VBE

VBE fordert einen neuen pädagogischen Realismus

Das Jahr 2011 ist Europäisches Jahr des Ehrenamtes. Ein Grund mehr für den Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) sein 40-jähriges Bestehen zu feiern.

"Der VBE und seine Erfolgsgeschichte sind eng verknüpft mit ehrenamtlichem Engagement. Wir leisten einen positiven Beitrag, indem wir uns für mehr Chancengleichheit, mehr Bildungsgerechtigkeit und die Gleichwertigkeit der Lehrämter einsetzen“, erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE, im Rahmen seiner Rede zur Jubiläumsfeier am 25. November 2011 in Köln. „Bereits seit unserer Gründung im Jahre 1971 haben wir diese Vision von einer besseren Schule. Und wir haben einen langen Atem, wenn es darum geht, unsere Ziele zu erreichen. Das hat unser Verband in den letzten Jahren hinreichend bewiesen.“

Die Bildungs- sowie die Besoldungsgerechtigkeit ziehe sich wie ein roter Faden durch die Verbandsgeschichte des VBE. Dies belegten auch die Interviews mit den Ehrenmitgliedern des VBE.

Eine schon in den Anfängen des VBE erhobene Forderung habe sich bereits erfüllt, so Beckmann. Das Ziel der wissenschaftlichen Anerkennung sei erreicht und das Lehrerausbildungsgesetz von NRW sei in dieser Hinsicht in Deutschland beispielhaft „Dass sich darüber hinaus viele der vom VBE genannten Forderungen für die Sekundarschule und für die Erhaltung wohnortnaher Grundschulen in den Beschlüssen der politisch Verantwortlichen wiederfinden, begrüßt der VBE ausdrücklich“, betonte Beckmann. Der VBE-Vorsitzende bedankte sich in diesem Zusammenhang für die Dialogbereitschaft der neuen Landesregierung sowie die Kompromissbereitschaft der im Landtag vertretenen Fraktionen. „Wir hoffen, dass wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit auch bei der Inklusion fortführen können.“

Vor dem Hintergrund des Mottos „Mehr Gerechtigkeit wa(a)gen“, das sich der VBE auf seine Fahne geschrieben hat, ließ Beckmann es sich nicht nehmen, auf verschiedene Problemstellungen einzugehen, die einer Lösung bedürfen. So sei es zum Beispiel bei aller Genugtuung über das Erreichte notwendig, die Schulformen, die es neben der Sekundarschule gebe, nicht aus dem Blick zu verlieren und für eine grundlegende Verbesserung der Rahmenbedingungen zu sorgen, um mehr Bildungsgerechtigkeit, mehr Chancengleichheit sowie Besoldungsgerechtigkeit zu garantieren. Hierzu gehöre auch die Verwirklichung der Grundsatzforderung des VBE ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘. Zur Unterstützung dieser Forderung überreichte der Vorsitzende der Ministerin rund 13.000 Unterschriften von Pädagoginnen und Pädagogen aller Schulformen in NRW.

Der dbb-Vorsitzende, Meinolf Guntermann, machte deutlich, dass es für den dbb, der Dachorganisation des VBE, unabdingbar sei, dass Lehrer verbeamtet würden. Auch Rolf Busch, 1. stellvertretender Bundesvorsitzender des VBE, wies ausdrücklich darauf hin, dass er sich wünsche, dass in der Lehrerbildung die anderen Länder dem Beispiel von NRW folgten. Es gelte, eine gleich lange universitäre Lehrerausbildung, die mit einem Master abschließe (300 Creditpoints), in den Lehrerausbildungsgesetzen in den Ländern festzuschreiben.

Schließlich wies Beckmann noch einmal mit Nachdruck auf das Thema Inklusion hin: „Wir im VBE streiten für gerechte Chancen von Anfang an. Dieser Anspruch schließt insbesondere Kinder und Jugendliche ein, die besonderer Förderung bedürfen. Doch das, was in den allgemeinbildenden Schulen an sonderpädagogischer Förderung ankommt, reicht bei Weitem nicht aus, um die Herausforderung eines individualisierten Unterrichts in heterogenen Lerngruppen zu stemmen: „Das belege auch eine repräsentative Studie von Infratest dimap von Anfang November zum gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung, die der VBE in Auftrag gegeben hat, schwarz auf weiß: 71 Prozent der Bürger in NRW sehe eine mangelhafte Bereitschaft der Politik, gemeinsames Lernen finanziell abzusichern. In diesem Sinne halte der VBE es für unabdingbar, die Inklusion nicht nur in den Schulgesetzen zu verankern, sondern eben auch die nötigen Ressourcen bereitzustellen.

Beckmanns abschließender Denkanstoß an die Gäste aus der Politik, die auf der 40-Jahr-Feier vertreten waren: „Wir dürfen nicht so tun – und das gilt insbesondere für die von der Politik formulierten Anforderungen an die Schule –, als sei alles Wünschenswerte machbar. Wir brauchen einen neuen pädagogischen Realismus, insbesondere vor dem Hintergrund, was unter den gegebenen Rahmenbe-dingungen im Hinblick auf Individualisierung und Inklusion in den Schulen machbar ist.“

PM 54/11

Lesen Sie dazu auch die Presseinformation des MSW: 40 Jahre Verband Bildung und Erziehunbg (VBE NRW), Ministerin Löhrmann: "VBE stets ein aktiver und konstruktiver Gesprächspartner"

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