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29.06.2017

Pädagogen haben hohe Erwartungen an die neue Landesregierung

Vorstellung des neuen Landeskabinetts im Landtag

Die Koalition aus CDU und FDP hat sich im Koalitionsvertrag schon in der Präambel dazu bekannt, Nordrhein-Westfalen zu einem „Land des Aufstiegs durch Bildung“ zu machen. „Wir erwarten, dass diese Absichtserklärung mit einer konkreten Planung und Kostenschätzung verbunden wird“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) NRW anlässlich der Vorstellung des neuen Landeskabinetts, der neuen Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und des neuen Familienministers Joachim Stamp (FDP).

Die dringend benötigten Rahmenbedingungen dürfen dabei nicht unter Haushaltsvorbehalt gestellt werden. „Der Bildungsetat muss sich am Förderbedarf der Kinder orientieren“, sagt Beckmann. Das betrifft vor allem die Inklusion, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern sowie den frühkindlichen Bereich.

Das Moratorium, mit dessen Hilfe Förderschulen nicht mehr geschlossen werden sollen, bewertet der VBE als einen Schritt auf einem langen Weg zur erfolgreichen Inklusion. Die Lerngruppen, die schon im gemeinsamen Lernen sind, müssen – unabhängig davon - dringend besser unterstützt werden. Der VBE bleibt daher bei seiner Forderung nach einer Doppelbesetzung in diesen Klassen.

Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf den Kindern mit emotional-sozialem Förderbedarf liegen. Nach einer im April 2017 vom VBE vorgestellten Expertise Prof. Bernd Ahrbecks, hat sich in den letzten fünfzehn Jahren die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“ verdoppelt. Demnach zeigten Kinder mit emotional-sozialen Entwicklungsstörungen eine Symptomatik, die nur durch intensivpädagogische Maßnahmen, in der Regel durch entsprechend ausgebildete Sonderpädagogen, aufgefangen werden kann.

Das im Koalitionsvertrag beschriebene Vorhaben, Schwerpunktschulen für die Inklusion zu schaffen, sollte darüber hinaus nicht bedeuten, dass eine neue Form der Förderschule kreiert wird. Es muss weiter der Grundsatz gelten, dass alle Schulformen am gemeinsamen Lernen beteiligt werden.

Darüber hinaus erwartet der VBE eine zügige Bearbeitung der großen Baustellen im Bildungssystem. Dazu zählen:

        Die Stärkung des frühkindlichen Bereichs.

        Die Umsetzung des angekündigten Masterplans Grundschule.

        A 13/E 13 für alle Lehrkräfte – unabhängig von der Schulform.

        Die Weiterentwicklung des digitalen Lernens.

        Maßnahmen, um Lehrkräfte besser gegen Gewalt zu schützen.

Bei der Bewältigung der Aufgaben wünscht der VBE den neuen Ministern Gebauer und Stamp eine glückliche und geschickte Hand. Der VBE steht als kritisch-konstruktiver Gesprächspartner bereit.

Zur Expertise von Professor Ahrbeck "Welchen Förderbedarf haben Kinder mit sozial-emotionalen Entwicklungsstörungen?"


Pressemitteilung 30-17
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